Eine Hommage an Pionierinnen der Informatik
Zum Internationaler Frauentag entstand das digitale Kunstwerk „0100“. Es zeigt vier bedeutende Persönlichkeiten der Informatik: Ada Lovelace, Hedy Lamarr, Rósza Péter und Grace Murray Hopper. Alle vier haben wegweisende Beiträge zur Informatik geleistet und stehen stellvertretend für viele Informatikerinnen, die entscheidend zur Entwicklung moderner Technologien beigetragen haben.
Der Titel „0100“ stammt aus dem Binärsystem, der grundlegenden Darstellung von Informationen in der Informatik. Die Binärzahl entspricht dem Dezimalwert 4 und verweist damit auf die vier dargestellten Frauen. Gleichzeitig enthält sie eine weitere symbolische Bedeutung: Die einzige „1“ zeigt, dass Ada Lovelace als einzige der porträtierten Frauen aus einem anderen Jahrhundert stammt und damit eine Brücke zwischen der frühen Geschichte der Informatik und der digitalen Gegenwart bildet.
Bildidee und Gestaltung
Die Darstellung der vier Frauen ist in vier Quadranten gegliedert. Diese Struktur verweist auf das kartesische Koordinatensystem – ein grundlegendes mathematisches Konzept, das auch in vielen Bereichen der Informatik eine zentrale Rolle spielt. Das gesamte Bild wurde ausschließlich aus ASCII-Zeichen aufgebaut. Diese textbasierte Struktur erinnert an die frühen Formen der Computergrafik und verweist auf die fundamentalen Grundlagen der Informatik, auf denen heutige digitale Technologien aufbauen. Die Einfärbung der Porträts erfolgt über die RGB-Farben (Rot, Grün und Blau). Diese Farbcodierung stellt eine Verbindung zur digitalen Bildverarbeitung her und verweist zugleich auf das technologische Umfeld, in dem die Leistungen der dargestellten Frauen wirken.

Die Entstehung
Die Entstehung des Bildes folgt einem Prozess, der typisch für die Informatik ist: wiederholbar und dennoch einzigartig. Ausgangspunkt waren digitalisierte historische Fotografien der vier Frauen. Auf dieser Basis wurden zunächst manuelle Korrekturen mit digitalen Werkzeugen vorgenommen. Diese Anpassungen bereiteten die Bilder für die folgenden Verarbeitungsschritte vor.
Für die Herstellung des Kunstwerks wurden mehrere KI-Programme eingesetzt:
Die dabei entstehenden Unschärfen und Fehler wurden anschließend manuell korrigiert, um die nächsten Schritte vorzubereiten.
Darauf folgte der Einsatz des frei verfügbaren ASCII-Art-Generators image2ascii. Diese Technik erzeugt Bilder aus Textzeichen und schlägt damit einen Bogen von moderner digitaler Bildverarbeitung zur früheren Typewriter Art, bei der Bilder mit Schreibmaschinen erstellt wurden.
Der Generator wurde speziell angepasst und auf die Zeichen I, T, S und M reduziert. Anschließend wurde er zweimal angewendet:
Da die automatisch erzeugte Version nicht in ausreichender Auflösung vorlag, wurde das Bild anschließend manuell weiterbearbeitet und eingefärbt, um die gewünschte Bildqualität und visuelle Wirkung zu erreichen.
Versteckte Informationen
Um eine Verbindung bis in die Zeit von Ada Lovelace herzustellen, wurde eine weitere Technik eingesetzt: sogenannte Easter Eggs. Der Begriff wurde 1978 in der Informatik geprägt und bezeichnet versteckte Hinweise oder Botschaften in Software oder digitalen Werken.
Das Prinzip selbst ist jedoch deutlich älter. Schon in der Kunstgeschichte der Renaissance finden sich versteckte Signaturen oder symbolische Hinweise in Gemälden.
Im Kunstwerk „0100“ sind zahlreiche Informationen als ASCII-Strukturen verborgen. Sie werden erst sichtbar, wenn man in das Bild hineinzoomt und gezielt nach ihnen sucht. Alle Easter Eggs sind zusätzlich verschlüsselt und laden dazu ein, das Bild aktiv zu erkunden.
Ein einzigartiges digitales Kunstwerk
In den letzten Arbeitsschritten wurden alle ASCII-Zeichen manuell eingefärbt, um die größtmögliche visuelle Wirkung zu erzielen. Dadurch entsteht ein Werk, das sowohl technische Präzision als auch künstlerische Gestaltung vereint.
Eine besondere Eigenschaft von „0100“ ist seine skalierende Wirkung:
Mit jeder Vergrößerung des Bildes treten neue Details hervor. Die Struktur aus tausenden ASCII-Zeichen entfaltet dabei zunehmend ihre Tiefe und lässt weitere versteckte Elemente sichtbar werden.
So verbindet das Kunstwerk Geschichte der Informatik, digitale Technologien und klassische Kunstprinzipien – und würdigt gleichzeitig die Leistungen von Frauen, die die digitale Welt entscheidend mitgestaltet haben.
Zum Künstlerkollektiv
Das Kunstwerk „0100“ entstand durch ein Künstlerkollektiv aus Menschen, Technologien und digitalen Archiven, die gemeinsam zur Entstehung des Werkes beigetragen haben. Beteiligt waren unter anderem die Künstlerin Sato mit dem KI-Kunstgenerator AI Gahaku, Herman Schechkin mit seinem ASCII-Generator sowie Arndt Knieper im Bereich Graphical Design. Die konzeptionelle Idee des Kunstwerks stammt von Robert Scholderer, der den kreativen und technischen Prozess zusammengeführt hat. So verbindet das Projekt künstlerische Gestaltung, Informatik und künstliche Intelligenz zu einem gemeinsamen digitalen Schaffensprozess.
Das Kunstwerk „0100“ kann unter dem folgenden Link in voller Auflösung heruntergeladen werden. Aufgrund der Detailtiefe beträgt die Dateigröße über 90 MB.
Kunstwerk „0100“ herunterladen
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